Honduras liegt im Herzen Mittelamerikas zwischen Guatemala, El Salvador und Nicaragua und grenzt im Norden an die Karibik und im Süden an den Pazifik. Das Land ist bei Reisenden noch ein echter Geheimtipp: Maya-Ruinen im Dschungel, Nebelwälder voller Quetzals, weiße Karibikstrände und eines der größten Korallenriffe der Welt warten hier darauf, entdeckt zu werden.
Geschichte und Kultur
Lange vor der Ankunft der Europäer blühte im Westen des heutigen Honduras die Maya-Kultur. 1502 erreichte Christoph Kolumbus auf seiner vierten Reise die Küste und gab dem Land seinen Namen – „Honduras“ bedeutet „Tiefen“, wohl wegen der tiefen Gewässer vor der Nordküste. Bis 1821 war das Gebiet spanische Kolonie, danach Teil der Zentralamerikanischen Föderation, bevor es 1838 unabhängig wurde. Heute ist Spanisch Amtssprache, an der Karibikküste und auf den Inseln wird jedoch auch Englisch gesprochen. Eine Besonderheit sind die Garífuna, Nachfahren afrikanischer und indigener Vorfahren, deren Sprache, Musik und Tanz von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurden.
Copán – die Maya-Stadt im Westen
Die Ruinen von Copán gehören zu den bedeutendsten Stätten der Maya-Welt und sind seit 1980 UNESCO-Welterbe. Berühmt ist die Stätte für ihre kunstvoll verzierten Stelen und Altäre sowie für die Hieroglyphentreppe, die mit über 2.000 Schriftzeichen den längsten bekannten Maya-Text trägt. Im angrenzenden Skulpturenmuseum steht eine originalgetreue Nachbildung des farbenprächtigen Rosalila-Tempels. Das nahe Städtchen Copán Ruinas mit seinen Kopfsteinpflastergassen ist ein angenehmer Ausgangspunkt, und im Vogelpark Macaw Mountain kann man die roten Aras, den Nationalvogel des Landes, aus nächster Nähe erleben.
Die Bay Islands – Roatán, Utila und Guanaja
Vor der Nordküste liegen die Islas de la Bahía mit ihren türkisfarbenen Buchten und Palmenstränden. Sie liegen am Mesoamerikanischen Barriereriff, dem zweitgrößten Korallenriff der Welt, und gelten als eines der günstigsten Tauchgebiete der Karibik. Roatán, die größte Insel, lockt mit dem Traumstrand West Bay und zahlreichen Tauchschulen. Das kleinere Utila ist bei Rucksackreisenden beliebt und vor allem für Begegnungen mit Walhaien bekannt, die hier fast das ganze Jahr über vorbeiziehen. Guanaja dagegen ist ruhig und ursprünglich, mit dichtem Kiefernwald und kaum Autos.
Die Karibikküste
An der Festlandküste reihen sich Palmen, Lagunen und kleine Garífuna-Dörfer aneinander. Die Stadt La Ceiba gilt als Hauptstadt der Lebensfreude und feiert im Mai einen der größten Karnevals Mittelamerikas. Ganz in der Nähe liegt der Nationalpark Pico Bonito mit Regenwald, Wasserfällen und dem Río Cangrejal, einem beliebten Ziel für Rafting. Weiter westlich verbindet Tela schöne Strände mit dem Nationalpark Punta Sal und dem Botanischen Garten Lancetilla, einem der größten tropischen Gärten Amerikas.
Nebelwälder, Seen und Wildnis
Im Landesinneren zeigt sich Honduras von seiner grünen Seite. Der Lago de Yojoa, der größte natürliche See des Landes, ist ein Paradies für Vogelfreunde, und in der Nähe stürzt der Pulhapanzak-Wasserfall 43 Meter in die Tiefe. In den Nebelwäldern des Nationalparks Celaque, wo auch der höchste Berg des Landes liegt, und im Nationalpark La Tigra bei Tegucigalpa kann man mit etwas Glück den Quetzal beobachten. Im Osten erstreckt sich das Biosphärenreservat Río Plátano, ein UNESCO-Welterbe und eines der letzten großen Regenwaldgebiete Mittelamerikas.
Tegucigalpa und Gracias
Die Hauptstadt Tegucigalpa liegt in einem Hochtal und ist von Bergen umgeben. Sehenswert sind die Kathedrale San Miguel, die Basilika von Suyapa mit der Schutzpatronin des Landes und das nahe Bergdorf Valle de Ángeles mit Kunsthandwerk und Kolonialarchitektur. Noch mehr kolonialen Charme bietet das Städtchen Gracias im Westen, einst Sitz der spanischen Verwaltung Mittelamerikas, mit einer alten Festung und heißen Quellen in der Umgebung.
Essen und Trinken
Das bekannteste Gericht des Landes sind die Baleadas – Weizentortillas, gefüllt mit Bohnenmus, Käse und Sahne, oft ergänzt durch Ei, Avocado oder Fleisch. Beliebt sind außerdem Plato Típico mit Fleisch, Bohnen, Reis und Kochbananen sowie die Sopa de Caracol, eine Muschelsuppe mit Kokosmilch, die an der Karibikküste serviert wird. Bei den Garífuna gibt es Machuca, einen Brei aus Kochbananen mit Fischsuppe. Honduras ist zudem einer der größten Kaffeeproduzenten Mittelamerikas – ein Besuch auf einer Kaffeefinca lohnt sich.
Anreise
Die wichtigsten internationalen Flughäfen liegen in San Pedro Sula, Tegucigalpa und auf Roatán. Aus Europa gibt es keine Direktflüge, man reist meist mit Umstieg in den USA, in Mexiko-Stadt, Madrid oder Panama an. Zwischen den Städten verkehren Fernbusse, die Bay Islands erreicht man per Fähre ab La Ceiba oder mit kleinen Inlandsflügen. Landeswährung ist die Lempira, US-Dollar werden in touristischen Gebieten oft akzeptiert. Wie in einigen Nachbarländern sollte man sich vor der Reise über die aktuelle Sicherheitslage informieren und vor allem in größeren Städten aufmerksam sein.
Klima und beste Reisezeit
An der Karibikküste und auf den Inseln herrscht tropisches Klima mit Temperaturen um 28 bis 32 Grad, im Hochland ist es deutlich kühler und angenehm frisch. Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von Februar bis Mai. Von Juni bis November regnet es häufiger, an der Karibikküste fallen die stärksten Niederschläge von Oktober bis Januar. Zwischen August und Oktober können zudem tropische Stürme auftreten.
Ob Maya-Tempel in Copán, Tauchgänge mit Walhaien vor Utila oder Nebelwälder voller Quetzals – Honduras ist ein vielseitiges Stück Mittelamerika, das man so schnell nicht vergisst.
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