Guatemala ist das Herzland der Maya. Auf vergleichsweise kleiner Fläche vereint das mittelamerikanische Land rauchende Vulkane, tiefblaue Bergseen, dichten Regenwald mit jahrhundertealten Tempelruinen und eine Karibikküste mit ganz eigener Kultur.
Ein großer Teil der Bevölkerung gehört indigenen Maya-Völkern an, und neben Spanisch werden mehr als zwanzig Maya-Sprachen gesprochen. Bunte handgewebte Trachten, lebhafte Märkte und alte Bräuche prägen bis heute den Alltag – besonders im Hochland.
Antigua Guatemala – Kolonialstadt zwischen Vulkanen
Antigua Guatemala war über zwei Jahrhunderte die Hauptstadt des spanischen Generalkapitanats und gehört heute zum UNESCO-Welterbe. Kopfsteinpflastergassen, farbige Häuser, Barockkirchen und Klosterruinen, die von früheren Erdbeben zeugen, machen den besonderen Charme der Stadt aus. Das bekannteste Fotomotiv ist der gelbe Bogen Arco de Santa Catalina mit dem Vulkan Agua im Hintergrund.
Rund um Antigua erheben sich die Vulkane Agua, Acatenango und Fuego. Wer gut zu Fuß ist, kann den Acatenango besteigen und vom Gipfel aus die Ausbrüche des benachbarten, sehr aktiven Fuego beobachten. Besonders eindrucksvoll ist Antigua in der Karwoche, der Semana Santa, wenn die Straßen mit kunstvollen Teppichen aus gefärbten Sägespänen und Blumen geschmückt werden.
Atitlán-See und Chichicastenango
Der Atitlán-See im Hochland gilt vielen als einer der schönsten Seen der Welt. Er liegt in einem riesigen Vulkankrater und wird von den Vulkanen Atitlán, Tolimán und San Pedro eingerahmt. Mit kleinen Booten geht es zwischen den Dörfern am Ufer hin und her: Panajachel ist der lebhafteste Ort, San Juan La Laguna ist für seine Webereien und Kunsthandwerk bekannt, San Pedro und San Marcos ziehen viele Rucksackreisende an.
Nicht weit entfernt liegt Chichicastenango, dessen Markt zu den größten und farbenprächtigsten Mittelamerikas gehört. Am Donnerstag und Sonntag verkaufen Händler aus dem ganzen Hochland Textilien, Masken, Gemüse und Blumen, während auf den Stufen der Kirche Santo Tomás Maya-Rituale mit Weihrauch abgehalten werden.
Tikal und der Regenwald des Petén
Im tiefen Norden, im Regenwald des Petén, liegt Tikal, eine der bedeutendsten Städte der klassischen Maya-Zeit. Die gewaltigen Tempelpyramiden ragen aus dem Blätterdach heraus; vom Tempel IV, einem der höchsten Bauwerke der Maya, reicht der Blick bei Sonnenaufgang über ein grünes Meer, aus dem die Spitzen der anderen Tempel auftauchen. Brüllaffen, Tukane und Nasenbären sind hier ständige Begleiter. Tikal ist als Natur- und Kulturstätte UNESCO-Welterbe.
Ausgangspunkt für Tikal ist meist Flores, ein hübsches Inselstädtchen im Petén-Itzá-See, das über einen Damm mit dem Festland verbunden ist.
Semuc Champey, Río Dulce und die Karibik
Mitten in den Bergen der Region Alta Verapaz liegt Semuc Champey, ein Naturwunder aus übereinanderliegenden, türkisfarbenen Kalksteinbecken, unter denen der Río Cahabón in einem Tunnel hindurchrauscht. Die Anreise ist abenteuerlich, doch das Baden in den klaren Becken belohnt dafür.
Im Osten öffnet sich Guatemala zur Karibik. Eine Bootsfahrt auf dem Río Dulce führt durch eine tiefe, dschungelbewachsene Schlucht bis nach Livingston an der Küste. Der Ort ist nur über das Wasser erreichbar und von der Kultur der Garífuna geprägt, mit eigener Musik, Sprache und Küche.
Klima und beste Reisezeit
Das Klima in Guatemala hängt stark von der Höhe ab. Im Hochland um Antigua und den Atitlán-See ist es das ganze Jahr über mild – nicht umsonst wird Guatemala das Land des ewigen Frühlings genannt. Nachts kann es dort allerdings kühl werden. Im Petén und an der Karibikküste ist es dagegen heiß und feucht.
Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von etwa November bis April. Von Mai bis Oktober ist Regenzeit; dann regnet es meist am Nachmittag in kräftigen Schauern, während die Vormittage oft sonnig sind. Wer die Semana Santa in Antigua erleben möchte, sollte Unterkünfte frühzeitig buchen.
