Der Perito-Moreno-Gletscher im Nationalpark Los Glaciares in Patagonien, ArgentinienFoto: Luca Galuzzi / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5

Argentinien ist das achtgrößte Land der Erde und erstreckt sich über rund 3.700 Kilometer von den subtropischen Wäldern im Norden bis nach Feuerland an der Südspitze Südamerikas. Dazwischen liegen die Weiten der Pampa, die Hochgebirgswelt der Anden, Weinberge, Salzseen und die Gletscher Patagoniens.

Kulturell ist das Land stark europäisch geprägt – vor allem durch die Einwanderung aus Italien und Spanien. Steaks vom Grill (Asado), Mate-Tee und Tango gehören ebenso zum Alltag wie lange Abende, die oft erst nach 22 Uhr mit dem Essen beginnen.

Buenos Aires – Hauptstadt des Tangos

Die Hauptstadt am Río de la Plata gilt als eine der lebendigsten Metropolen Lateinamerikas. Rund um die Plaza de Mayo stehen die Casa Rosada, der rosafarbene Präsidentenpalast, und die Kathedrale. Im Viertel La Boca leuchten die bunten Wellblechhäuser des Caminito, in San Telmo locken Antiquitätenmärkte und Tangobars, und auf dem Friedhof von Recoleta liegt Eva Perón begraben.

Der Tango entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den Hafenvierteln am Río de la Plata und gehört seit 2009 – gemeinsam mit Uruguay – zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Wer ihn erleben möchte, besucht eine Milonga, einen der traditionellen Tanzabende, oder eine der vielen Tangoshows der Stadt.

Iguazú, der Nordwesten und Mendoza

Im äußersten Nordosten, an der Grenze zu Brasilien, stürzen die Iguazú-Wasserfälle in rund 275 einzelnen Fällen in die Tiefe. Höhepunkt ist die „Garganta del Diablo“, der Teufelsschlund, den man über Stege bis fast an die Abbruchkante erreicht. Der Nordwesten um Salta und Jujuy überrascht mit farbigen Bergen wie dem Cerro de los Siete Colores bei Purmamarca und der Quebrada de Humahuaca, die zum UNESCO-Welterbe zählt.

Weiter südlich am Fuß der Anden liegt Mendoza, das Zentrum des argentinischen Weinbaus und Heimat des Malbec. Von hier aus ist auch der Aconcagua nicht weit – mit 6.961 Metern der höchste Berg außerhalb Asiens.

Patagonien und Feuerland

Der Süden Argentiniens ist ein Land der Superlative. Bei El Calafate schiebt sich der Perito-Moreno-Gletscher in den Lago Argentino; regelmäßig brechen dabei haushohe Eisblöcke mit lautem Donnern ab. Im kleinen Bergdorf El Chaltén beginnen die Wanderwege zum Fitz Roy, einem der eindrucksvollsten Berge der Anden.

An der Atlantikküste ist die Halbinsel Valdés bekannt für Seelöwen, Pinguine und Glattwale, die sich etwa von Juni bis Dezember vor der Küste beobachten lassen. Ganz im Süden liegt Ushuaia, die oft als südlichste Stadt der Welt bezeichnet wird und Ausgangspunkt vieler Antarktis-Expeditionen ist.

Klima und beste Reisezeit

Da Argentinien auf der Südhalbkugel liegt, sind die Jahreszeiten den europäischen entgegengesetzt. Für Buenos Aires eignen sich Frühling (September bis November) und Herbst (März bis Mai) am besten, wenn es angenehm warm, aber nicht drückend heiß ist.

Patagonien bereist man am besten im Südsommer von November bis März; im Winter sind viele Unterkünfte und Wege geschlossen. Die Iguazú-Fälle und der Nordwesten lassen sich das ganze Jahr über besuchen – im Nordwesten fällt der meiste Regen allerdings im Sommer. Wer mehrere Regionen kombinieren möchte, reist am besten im Oktober/November oder im März.