Die Pyramide des Kukulcán (El Castillo) in Chichén Itzá auf der Halbinsel Yucatán, MexikoFoto: Daniel Schwen / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Mexiko ist das Land, in dem Nordamerika und Lateinamerika ineinander übergehen. Zwischen der Grenze zu den USA und dem tropischen Süden liegen Wüsten, Hochgebirge, Regenwald und mehr als 9.000 Kilometer Küste an Pazifik, Golf von Mexiko und Karibik. Dazu kommt eine Geschichte, die von den Hochkulturen der Azteken und Maya über die spanische Kolonialzeit bis in die lebendige Gegenwart reicht.

Kaum ein anderes Land der Region vereint so viele Gegensätze: eine der größten Metropolen der Welt, stille Kolonialstädte, Pyramiden im Dschungel und weiße Karibikstrände. Wer Mexiko bereist, sollte daher nicht versuchen, alles auf einmal zu sehen – sondern sich auf eine oder zwei Regionen konzentrieren.

Mexiko-Stadt und Teotihuacán

Die Hauptstadt liegt auf rund 2.240 Metern Höhe auf den Ruinen des aztekischen Tenochtitlan. Rund um den Zócalo, einen der größten Plätze der Welt, stehen die Kathedrale, der Nationalpalast mit den Wandbildern von Diego Rivera und die Ausgrabungen des Templo Mayor. Im Stadtteil Coyoacán lohnt das Blaue Haus von Frida Kahlo einen Besuch, im Park von Chapultepec das Nationalmuseum für Anthropologie.

Etwa 50 Kilometer nordöstlich der Stadt liegt Teotihuacán, eine der bedeutendsten Ruinenstätten des Kontinents. Die Sonnen- und die Mondpyramide sowie die breite „Straße der Toten“ lassen ahnen, wie groß diese Stadt einst war – lange bevor die Azteken sie entdeckten und ihr den Namen gaben.

Yucatán: Maya-Kultur, Cenoten und Karibikküste

Im Südosten ragt die Halbinsel Yucatán in die Karibik. Hier liegt Chichén Itzá mit der Pyramide des Kukulcán, heute eines der neuen sieben Weltwunder. Weniger überlaufen, aber ebenso eindrucksvoll sind Uxmal und Cobá. Die Kolonialstadt Mérida ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Landesinnere.

Typisch für Yucatán sind die Cenoten – natürliche, mit klarem Süßwasser gefüllte Kalksteinhöhlen, in denen man schwimmen und tauchen kann. An der Küste reihen sich Cancún, Playa del Carmen und Tulum aneinander, wo eine Maya-Ruine direkt über dem türkisfarbenen Meer thront. Vor der Insel Cozumel beginnt das mesoamerikanische Riff, eines der größten Korallenriffe der Erde.

Kolonialstädte, Küche und Día de los Muertos

Im Hochland liegen einige der schönsten Kolonialstädte Lateinamerikas: das farbenfrohe Guanajuato mit seinen Gassen und Tunneln, San Miguel de Allende, Puebla mit seinen Kacheln und Oaxaca, das als Hauptstadt der mexikanischen Küche gilt. Bei Oaxaca thront auf einem Bergplateau die zapotekische Ruinenstadt Monte Albán.

Die mexikanische Küche gehört seit 2010 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO – ebenso wie der Día de los Muertos, der Tag der Toten, am 1. und 2. November. Dann schmücken Familien Altäre mit Ringelblumen, Kerzen, Fotos und Pan de Muerto, um ihre Verstorbenen zu ehren. Besonders stimmungsvoll wird das Fest in Oaxaca und rund um den Pátzcuaro-See in Michoacán gefeiert.

Klima und beste Reisezeit

Mexiko ist groß, und das Klima unterscheidet sich je nach Höhe und Region deutlich. Im Hochland um Mexiko-Stadt ist es ganzjährig mild, an den Küsten dagegen tropisch heiß. Die Trockenzeit von etwa November bis April gilt als beste Reisezeit für fast das ganze Land.

Von Juni bis Oktober ist Regenzeit; meist fallen die Schauer am Nachmittag, danach klart es wieder auf. An der Karibik- und Pazifikküste dauert die Hurrikansaison von Juni bis November, mit dem höchsten Risiko im September und Oktober. Wer den Día de los Muertos erleben möchte, plant die Reise für Ende Oktober bis Anfang November.