Kreuzfahrtschiff in den Miraflores-Schleusen des PanamakanalsFoto: Alexey Komarov, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Panama ist das südlichste Land Mittelamerikas und bildet die schmale Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika. Im Westen grenzt es an Costa Rica, im Osten an Kolumbien. Auf einer Fläche von rund 75.000 Quadratkilometern – etwas kleiner als Bayern – leben gut vier Millionen Menschen. Weltbekannt ist das Land vor allem durch den Panamakanal, doch Panama hat weit mehr zu bieten: tropische Regenwälder, Hunderte Inseln, zwei Ozeane und eine lebendige Hauptstadt.

Geografie und Klima

Das Land erstreckt sich in Form eines liegenden „S“ zwischen dem Karibischen Meer im Norden und dem Pazifik im Süden. An der schmalsten Stelle liegen nur etwa 50 Kilometer zwischen beiden Küsten. Eine Gebirgskette durchzieht das Land; höchster Gipfel ist der Vulkan Barú mit knapp 3.500 Metern, von dessen Spitze man bei klarem Wetter beide Ozeane sehen kann.

Das Klima ist tropisch mit Temperaturen um 27 Grad im Tiefland. Die Trockenzeit dauert etwa von Dezember bis April und gilt als beste Reisezeit, von Mai bis November fällt in der Regenzeit vor allem nachmittags kräftiger Regen.

Geschichte

Vor der Ankunft der Spanier lebten verschiedene indigene Völker auf dem Isthmus. 1513 durchquerte Vasco Núñez de Balboa als erster Europäer die Landenge und erreichte den Pazifik. Über Panama wurden in der Kolonialzeit Gold und Silber aus Peru nach Spanien verschifft. Nach der Unabhängigkeit von Spanien 1821 war Panama Teil Großkolumbiens bzw. Kolumbiens, bevor es sich 1903 mit Unterstützung der USA abspaltete.

Der Panamakanal

Nach einem gescheiterten französischen Versuch bauten die USA den rund 82 Kilometer langen Kanal, der 1914 eröffnet wurde. Ein System aus Schleusen hebt die Schiffe auf den künstlich aufgestauten Gatúnsee und senkt sie auf der anderen Seite wieder ab. Seit dem Jahr 2000 liegt der Kanal vollständig in panamaischer Hand, 2016 wurde eine Erweiterung mit größeren Schleusen eingeweiht. Besucher können die Schiffspassage an den Miraflores-Schleusen nahe der Hauptstadt aus nächster Nähe beobachten.

Panama-Stadt

Die Hauptstadt ist eine Stadt der Gegensätze. Moderne Wolkenkratzer prägen die Skyline an der Bucht, während die Altstadt Casco Viejo mit Kolonialbauten, Plätzen und Kirchen zum UNESCO-Welterbe gehört. Nur wenige Kilometer entfernt liegen die Ruinen von Panamá Viejo, der ursprünglichen Stadtgründung von 1519, die 1671 vom Piraten Henry Morgan zerstört wurde.

Sehenswürdigkeiten

Zu den beliebtesten Zielen gehört der Archipel Bocas del Toro an der Karibikküste mit Mangroven, Korallenriffen und bunten Holzhäusern. Die Inselgruppe San Blas, von den indigenen Guna als Guna Yala selbst verwaltet, besteht aus über 350 kleinen Inseln mit weißen Sandstränden. Im Hochland um Boquete wird einer der teuersten Kaffees der Welt angebaut, der Geisha-Kaffee. Naturfreunde zieht es in den Nationalpark Soberanía am Kanal oder in den abgelegenen Darién, eine der artenreichsten Regionen des Kontinents.

Wirtschaft und Kultur

Neben dem Kanal sind Logistik, Bankwesen und Tourismus wichtige Wirtschaftszweige. Offizielle Währung ist der Balboa, im Alltag wird jedoch fast ausschließlich mit dem US-Dollar bezahlt. Amtssprache ist Spanisch. Die Kultur vereint spanische, indigene, afrokaribische und durch den Kanalbau auch asiatische Einflüsse. Ein bekanntes Symbol des Landes ist die Mola, ein farbenfroher, in Lagen genähter Textilschmuck der Guna-Frauen.