Bunte Kolonialhäuser mit Holzbalkonen in der Altstadt von Cartagena, KolumbienFoto: Pedro Szekely, Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Kolumbien bzw. die República de Colombia liegt im Nordwesten Südamerikas und ist das einzige Land des Kontinents, das sowohl an den Pazifik als auch an das Karibische Meer grenzt. Nachbarländer sind Panama, Venezuela, Brasilien, Peru und Ecuador. Mit rund 1,14 Millionen Quadratkilometern ist Kolumbien gut dreimal so groß wie Deutschland und zählt mit über 50 Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Staaten Lateinamerikas.

Landschaftlich ist das Land äußerst vielfältig: Die Anden teilen sich hier in drei Gebirgsketten, die Kordilleren, zwischen denen fruchtbare Täler liegen. Im Norden erstreckt sich die karibische Küste mit weißen Stränden, im Westen der feuchte Pazifikstreifen des Chocó, im Osten die weiten Graslandschaften der Llanos und im Süden das Amazonastiefland.

Cartagena und die Karibikküste

Die bekannteste Stadt des Landes ist Cartagena de Indias. Ihre von mächtigen Mauern umgebene Altstadt mit bunten Kolonialhäusern, blumengeschmückten Holzbalkonen und schattigen Plazas gehört seit 1984 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Festung San Felipe de Barajas erinnert daran, dass der Hafen einst einer der wichtigsten des spanischen Kolonialreiches war und immer wieder von Piraten angegriffen wurde.

Weiter östlich liegt der Tayrona-Nationalpark, in dem tropischer Regenwald direkt auf palmengesäumte Buchten trifft. Von hier aus brechen Wanderer zur mehrtägigen Tour zur Ciudad Perdida auf, der „Verlorenen Stadt“ der Tayrona-Kultur, die tief in den Bergen der Sierra Nevada de Santa Marta verborgen liegt und deutlich älter ist als Machu Picchu.

Bogotá, Medellín und das Kaffeedreieck

Die Hauptstadt Bogotá liegt auf rund 2.600 Metern Höhe auf einer Hochebene der Ostkordillere. Im historischen Viertel La Candelaria reihen sich Kolonialbauten, Kirchen und Straßenkunst aneinander. Ein Höhepunkt ist das Goldmuseum (Museo del Oro), das eine der weltweit größten Sammlungen präkolumbianischer Goldarbeiten beherbergt. Ein beliebter Ausflug führt zur unterirdischen Salzkathedrale von Zipaquirá.

Medellín, die „Stadt des ewigen Frühlings“, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt und gilt heute als modernes, kreatives Zentrum mit Seilbahnen, die die Hangviertel mit der Innenstadt verbinden. Südlich davon liegt das Kaffeedreieck (Eje Cafetero), dessen Kulturlandschaft des Kaffeeanbaus seit 2011 zum UNESCO-Welterbe zählt. Im nahegelegenen Valle de Cocora wachsen die bis zu 60 Meter hohen Wachspalmen, der Nationalbaum Kolumbiens.

Natur und Artenvielfalt

Kolumbien gehört zu den artenreichsten Ländern der Erde. Nirgendwo sonst wurden so viele Vogelarten nachgewiesen, und auch bei Orchideen, Schmetterlingen und Amphibien zählt das Land zur Weltspitze. Ein besonderes Naturschauspiel bietet der Fluss Caño Cristales in der Serranía de la Macarena, der wegen seiner rot, gelb, grün und blau leuchtenden Wasserpflanzen auch „Fluss der fünf Farben“ genannt wird. Im Süden lohnt zudem der Archäologische Park von San Agustín mit seinen rätselhaften Steinskulpturen einen Besuch.

Klima und Reisezeit

Da Kolumbien nahe am Äquator liegt, gibt es kaum ausgeprägte Jahreszeiten. Die Temperaturen hängen vor allem von der Höhe ab: An der Karibikküste ist es ganzjährig heiß, in Medellín mild und in Bogotá eher kühl, mit Tageswerten um 18 bis 20 Grad. Statt Sommer und Winter unterscheidet man Regen- und Trockenzeiten. In den Andenregionen gelten die Monate Dezember bis März sowie Juli und August als beste Reisezeit; für einen Besuch am Caño Cristales eignet sich dagegen die Zeit von etwa Juni bis November.

Amtssprache ist Spanisch, daneben werden zahlreiche indigene Sprachen gesprochen. Musik wie Cumbia und Vallenato, die Romane von Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez und natürlich der weltberühmte Kaffee prägen das Bild des Landes. Wer Kolonialgeschichte, Karibikflair und spektakuläre Natur verbinden möchte, findet in Kolumbien eines der spannendsten Reiseziele Südamerikas.

Titelbild: Altstadt von Cartagena – Foto von Pedro Szekely, Wikimedia Commons, CC BY 2.0