Costa Rica liegt im Süden Mittelamerikas zwischen Nicaragua im Norden und Panama im Südosten. Im Osten grenzt das Land an die Karibik, im Westen an den Pazifik. Auf rund 51.000 Quadratkilometern, etwas mehr als die Fläche Niedersachsens, leben gut fünf Millionen Menschen. Die Costa-Ricaner nennen sich selbst „Ticos“. Das Land gilt als eines der stabilsten Lateinamerikas und ist weltweit für seinen Naturschutz bekannt. Den Gruß „Pura Vida“ hört man hier überall.
Geografie und Klima
Mehrere Gebirgszüge mit zahlreichen Vulkanen ziehen sich durch das Land, darunter der Arenal, der Poás und der Irazú. Der höchste Berg ist der Cerro Chirripó mit über 3.800 Metern. Zwischen den Bergen liegt das fruchtbare Zentraltal mit der Hauptstadt San José. An beiden Küsten erstrecken sich Regenwälder, Mangroven und lange Strände.
Das Klima ist tropisch, aber je nach Höhe sehr unterschiedlich: An den Küsten ist es heiß, im Hochland angenehm frühlingshaft. Auf der Pazifikseite dauert die Trockenzeit etwa von Dezember bis April, und das ist die beliebteste Reisezeit. Von Mai bis November regnet es häufiger, meist als kräftige Schauer am Nachmittag. An der Karibikküste folgt das Wetter einem eigenen Rhythmus. Dort sind oft September und Oktober besonders trocken.
Geschichte
Christoph Kolumbus erreichte die Karibikküste 1502 auf seiner vierten Reise. Danach wurde das Gebiet Teil des spanischen Kolonialreichs, blieb aber lange eine arme und abgelegene Provinz. 1821 wurde Costa Rica zusammen mit den übrigen Ländern Mittelamerikas von Spanien unabhängig. Im 19. Jahrhundert brachte der Kaffeeanbau Wohlstand ins Land. 1948 schaffte Costa Rica nach einem kurzen Bürgerkrieg seine Armee ab und investierte das Geld stattdessen in Bildung und Gesundheit.
San José
Die Hauptstadt liegt auf rund 1.150 Metern im Zentraltal und ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Ihr Prunkstück ist das Teatro Nacional, das Ende des 19. Jahrhunderts mit Einnahmen aus dem Kaffeeexport erbaut wurde. Sehenswert sind auch das Goldmuseum unter der Plaza de la Cultura und der Mercado Central mit seinen Garküchen. Nicht weit entfernt liegt die alte Hauptstadt Cartago mit der Basílica de Nuestra Señora de los Ángeles, dem wichtigsten Wallfahrtsort des Landes.
Sehenswürdigkeiten
Rund ein Viertel der Landesfläche steht unter Schutz. In den Nationalparks und Reservaten leben Faultiere, Brüllaffen, Tukane und farbenprächtige Frösche. Der Nebelwald von Monteverde ist für seine Hängebrücken und den seltenen Quetzal bekannt. Am Vulkan Arenal locken heiße Quellen. Im Nationalpark Manuel Antonio reicht der Regenwald bis an weiße Sandstrände. Im Tortuguero an der Karibikküste kommen Meeresschildkröten zur Eiablage an Land. Der Corcovado-Nationalpark auf der Halbinsel Osa gilt als einer der artenreichsten Orte der Erde. Zum UNESCO-Welterbe gehören unter anderem die abgelegene Kokosinsel im Pazifik und die rätselhaften Steinkugeln der Diquís-Kultur.
Wirtschaft und Kultur
Lange lebte Costa Rica vor allem von Kaffee und Bananen. Heute ist das Land einer der größten Ananasexporteure der Welt. Daneben sind Tourismus, Medizintechnik und Dienstleistungen wichtige Wirtschaftszweige. Strom gewinnt Costa Rica fast vollständig aus erneuerbaren Quellen wie Wasserkraft, Erdwärme und Wind. Amtssprache ist Spanisch, Währung der Colón.
Typisch für die Küche ist Gallo Pinto, ein Gericht aus Reis und schwarzen Bohnen, das oft schon zum Frühstück auf den Tisch kommt. Mittags isst man gern einen „Casado“, einen Teller mit Reis, Bohnen, Salat, Kochbananen und Fleisch oder Fisch. An der Karibikküste prägen afro-karibische Einflüsse mit Kokosgerichten und Calypso-Musik das Leben. Ein Symbol des Landes sind die bunt bemalten Ochsenkarren. Ihre Tradition gehört zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
