Uruguay ist nach Suriname das zweitkleinste Land Südamerikas und liegt eingebettet zwischen den beiden Riesen Brasilien im Norden und Argentinien im Westen. Im Süden bildet der breite Río de la Plata die Grenze, im Osten der Atlantik. Auf rund 176.000 Quadratkilometern, etwa halb so groß wie Deutschland, leben nur knapp 3,5 Millionen Menschen. Fast die Hälfte davon wohnt in der Hauptstadtregion Montevideo. Das Land gilt als eines der stabilsten und sichersten Südamerikas und ist bekannt für lange Sandstrände, weites Weideland und eine entspannte Lebensart.
Geografie und Klima
Uruguay ist überwiegend flach und von sanften Hügeln geprägt, den sogenannten Cuchillas. Die höchste Erhebung, der Cerro Catedral, erreicht nur gut 500 Meter. Weite Graslandschaften, die Pampa, prägen das Landesinnere. An der rund 600 Kilometer langen Küste reihen sich Strände, Lagunen und Dünen.
Das Klima ist gemäßigt-subtropisch, und wie überall auf der Südhalbkugel sind die Jahreszeiten umgekehrt. Die beste Reisezeit ist der Sommer von Dezember bis März mit Temperaturen um 25 bis 28 Grad. Im Winter von Juni bis August wird es mit durchschnittlich etwa 10 Grad kühl und windig, Schnee fällt jedoch praktisch nie.
Geschichte
Vor der Ankunft der Europäer lebten hier vor allem die Charrúa. Im 17. und 18. Jahrhundert rangen Spanien und Portugal um das Gebiet am Río de la Plata: 1680 gründeten die Portugiesen Colonia del Sacramento, die Spanier antworteten Anfang des 18. Jahrhunderts mit der Gründung Montevideos. Nach der Unabhängigkeitserklärung 1825 und Kämpfen zwischen Argentinien und Brasilien wurde Uruguay 1828 als eigenständiger Staat anerkannt. Anfang des 20. Jahrhunderts führte das Land früh moderne Sozialreformen ein und galt lange als „Schweiz Südamerikas“.
Montevideo
Die Hauptstadt liegt direkt am Río de la Plata und ist von der über 20 Kilometer langen Uferpromenade, der Rambla, geprägt. In der Altstadt Ciudad Vieja stehen Kolonialbauten neben Art-déco-Fassaden. Wahrzeichen sind der Palacio Salvo an der Plaza Independencia und das traditionsreiche Teatro Solís. Im Mercado del Puerto, einer alten Markthalle aus Eisen, brutzeln auf großen Holzkohlegrills Fleisch und Würste. Hier lässt sich das typische Asado am besten probieren.
Sehenswürdigkeiten
Ein Höhepunkt ist das Städtchen Colonia del Sacramento mit seinen Kopfsteinpflastergassen und portugiesischen Kolonialhäusern. Das historische Viertel gehört zum UNESCO-Welterbe und ist per Fähre auch von Buenos Aires aus schnell zu erreichen. An der Atlantikküste liegt Punta del Este, der bekannteste Badeort des Landes, mit der berühmten Skulptur einer aus dem Sand ragenden Hand. Ganz anders zeigt sich Cabo Polonio: Das abgelegene Fischerdorf ist nur über die Dünen erreichbar, hat kein reguläres Stromnetz und ist Heimat einer großen Seelöwenkolonie. Ebenfalls zum Welterbe zählt die ehemalige Fleischfabrik von Fray Bentos am Río Uruguay, die einst Fleischextrakt und Konserven in die ganze Welt lieferte.
Wirtschaft und Kultur
Die Landwirtschaft ist bis heute wichtig. Im Land leben deutlich mehr Rinder als Menschen, und Rindfleisch zählt zu den wichtigsten Exportgütern. Daneben spielen Tourismus, Dienstleistungen und Software eine wachsende Rolle. Beim Strom setzt Uruguay fast vollständig auf erneuerbare Energien aus Wind, Wasser und Biomasse. Amtssprache ist Spanisch, Währung der Uruguayische Peso.
Aus dem Alltag nicht wegzudenken ist der Mate-Tee: Viele Uruguayer tragen Thermoskanne und Kalebasse ständig bei sich. Musikalisch prägend ist der afro-uruguayische Candombe, dessen Trommelrhythmen zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehören und beim wochenlangen Karneval in Montevideo durch die Straßen ziehen. Groß ist auch die Fußballbegeisterung: Uruguay war 1930 Gastgeber und erster Sieger der Fußball-Weltmeisterschaft und gewann den Titel 1950 ein zweites Mal.
