illuminated chicago theater signage at nightPhoto by Jona on <a href="https://www.pexels.com/photo/illuminated-chicago-theater-signage-at-night-7721063/" rel="nofollow">Pexels.com</a>

Chicago liegt im Nordosten des US-Bundesstaates Illinois, direkt am Ufer des Michigansees, der so groß ist, dass man ihn vom Strand aus leicht für ein Meer halten könnte. Mit rund 2,7 Millionen Einwohnern ist Chicago nach New York und Los Angeles die drittgrößte Stadt der USA und das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Mittleren Westens. Ihren Spitznamen „Windy City“ verdankt die Stadt nicht nur dem kräftigen Wind, der vom See herüberweht, sondern angeblich auch ihren redseligen Politikern des 19. Jahrhunderts.

Im Jahr 1871 vernichtete der Große Brand von Chicago weite Teile der damals noch überwiegend aus Holz gebauten Stadt. Doch gerade diese Katastrophe machte Chicago berühmt: Beim Wiederaufbau experimentierten Architekten mit Stahlskeletten, und 1885 entstand hier mit dem Home Insurance Building der erste Wolkenkratzer der Welt. In den 1920er Jahren, zur Zeit der Prohibition, beherrschten Gangster wie Al Capone das illegale Alkoholgeschäft, während schwarze Musiker aus den Südstaaten den Blues und den Jazz in die Clubs der Stadt brachten.

Wer Chicago zum ersten Mal besucht, sollte unbedingt auf den Willis Tower (früher Sears Tower) fahren. Vom Skydeck in 412 Metern Höhe kann man in gläsernen Erkern, „The Ledge“ genannt, frei über der Stadt schweben und bei klarem Wetter bis in vier Bundesstaaten blicken. Im Millennium Park spiegelt sich die Skyline in der riesigen Edelstahlskulptur „Cloud Gate“, die von den Einheimischen nur „The Bean“ – die Bohne – genannt wird. Gleich daneben liegt das Art Institute of Chicago, eines der bedeutendsten Kunstmuseen der USA.

Ein Muss ist eine Architekturbootsfahrt auf dem Chicago River, bei der man an Dutzenden berühmter Hochhäuser vorbeigleitet – am St. Patrick’s Day wird der Fluss übrigens jedes Jahr leuchtend grün gefärbt. Zum Einkaufen geht es auf die Magnificent Mile, zum Bummeln an den Navy Pier mit seinem Riesenrad. Und natürlich sollte man die Deep-Dish-Pizza probieren, eine Art Pizza-Kuchen mit hohem Rand, sowie den Chicago-Style Hot Dog, der hier niemals mit Ketchup gegessen wird. Fans der Route 66 finden in der Innenstadt außerdem das Schild, an dem die legendäre Straße nach Westen beginnt.

Zwei Tipps für Reisende, die nicht so viel Geld ausgeben möchten: Der Lincoln Park Zoo, einer der ältesten Zoos des Landes, kostet keinen Eintritt, und auch das Chicago Cultural Center mit seiner prachtvollen Tiffany-Glaskuppel kann man kostenlos besichtigen. Am Seeufer führt zudem der Lakefront Trail rund 29 Kilometer an Parks und Stadtstränden wie dem North Avenue Beach entlang – ideal für eine Radtour mit Blick auf die Skyline. Wer mehr Zeit hat, kann einen Ausflug zu den Sanddünen des Indiana Dunes National Park oder nach Milwaukee unternehmen.

Das Klima in Chicago ist kontinental und kennt starke Gegensätze. Die Winter sind lang und bitterkalt, im Januar liegen die Temperaturen oft deutlich unter dem Gefrierpunkt, und der eisige Wind vom See lässt es noch kälter wirken. Die Sommer sind dagegen warm bis heiß und häufig schwül. Die angenehmsten Reisezeiten sind daher die Monate Mai und Juni sowie September und Oktober, wenn die Stadt bei milden Temperaturen am schönsten ist.

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